Schülerticket für Gütersloh – SPD-Antrag im Mobilitätsausschuss und im Bildungsausschuss

„Der Kreis führt gegenwärtig ein Pilotprojekt für ein kostenfreies Schülerticket durch, an dem sich bereits kleinere Städte des Kreises beteiligen. Wir als SPD wollen erreichen, dass auch die Großstadt Gütersloh – in Abstimmung mit der Stadtbus GmbH und dem Verkehrsverbund VVOWL – ein kostenfreies Schul- und Freizeitticket für die Gütersloher Schülerinnen und Schüler möglichst zeitnah, d. h. zum Schuljahr 2021/2022, einführt“, mit diesen Worten erläuterte der SPD-Sprecher im Mobilitätsausschuss Dr. Thomas Krümpelmann den Antrag, den die SPD in den Bildungsausschuss und in den Mobilitätsausschuss einbringen wird.

Sabine Hollmann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und ebenfalls Mitglied im neuen Mobilitätsausschuss, ergänzte: „Die Einführung eines Schülertickets ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Zum einen soll es eine frühzeitige Orientierung junger Gütersloher*Innen auf den ÖPNV ermöglichen und Anreize für ein umweltbewusstes Mobilitätsverhalten schaffen. Ferner soll die Attraktivität des ÖPNV in Gütersloh verbessert werden, indem junge Menschen, unabhängig von ihrer finanziellen Ausgangslage, mobil und aktiv sein können. Gleichzeitig können die bisherigen Ungerechtigkeiten in Zusammenhang mit der Schülerfahrtkostenerstattung durch ein einheitliches Angebot für alle Schülerinnen und Schüler beseitigt werden. Auch die Schulwahl würde dann – im Sinne der Bildungs-gerechtigkeit – nicht weiter durch das Kriterium der Wohnortnähe beeinflusst.“

Der SPD Antrag besagt im Einzelnen:

„Der Ausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Gütersloh zu beschließen:

1.) Die Verwaltung wird beauftragt, in Absprache mit der Stadtbus GmbH und dem VVOWL die Einführung eines kostenfreien Schülertickets für Gütersloher Schülerinnen und Schüler vorzubereiten, welches möglichst zeitnah, d.h. zum nächsten Schuljahr 2021/2022, an allen weiterführenden Schulen in der Stadt Gütersloh etabliert werden soll.

2.) Im Einzelnen soll das kostenfreie Ticket folgenden Anforderungen genügen:

a) Das Ticket soll die bisherigen Schulwegjahreskarten ersetzen und in die neue Form des kombinierten Schul- und Freizeittickets überführen.

b) Das Ticket soll für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen der Sekundarstufen I und II kostenfrei zur Verfügung stehen. Auch bislang nicht anspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler sollen das Schul- und Freizeitticket kostenlos nutzen können.

c) Das Ticket soll als sog. Solidarmodell angeboten werden, bei dem der Schulträger auch für die Schüler*Innen ein Schülerticket erwirbt, die nach Schülerfahrtkostenverordnung (SchfkVO) bislang keinen Anspruch auf Übernahme von Fahrtkosten haben. Der Betrag, der pro Schüler*In angenommen wird, beträgt 15 Euro monatlich, mithin 180 Euro im Jahr.

d) Das Ticket soll rund um die Uhr, an 24 Stunden und sieben Tagen in der Woche, während der Schulzeit, in den Schulferien und in der Freizeit gelten.

3.) Im Haushalt sind für das Jahr 2021 anteilig Mehrkosten von ca. 337.125 Euro einzustellen und für das Jahr 2022 und die Folgejahre die Summe von 809.100 Euro (zuzüglich möglicher Kostensteigerungen).“

Abschließend wiesen Sabine Hollmann und Dr. Thomas Krümpelmann darauf hin, dass auch die CDU mit einer Anfrage im Planungsausschuss im September 2020 die Prüfung eines Schülertickets angeregt hat. Mit Blick auf die Kosten eines Schülertickets verwiesen sie zudem auf die Berechnungen des Verkehrsverbunds VVOWL im Rahmen des Pilotprojektes des Kreises, die im Rahmen des Solidarmodells einen Betrag in Höhe von 15 Euro pro Schüler*In und Monat angeben.

„Ein kostenfreies Schülerticket erhöht die Attraktivität und auch Akzeptanz des ÖPNV gerade für die jungen Menschen und verbessert damit den ÖPNV langfristig“, so Sabine Hollmann abschließend.

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