SPD-Ortstermin bei den Stadtwerken Gütersloh: Gespräch zur Situation der SWG in der Corona-Zeit und zu Projekten für die Zukunft

SPD-Ortstermin bei den Stadtwerken Guetersloh Bild: SPD Ratsfraktion

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „SPD-Ortstermin“ besuchten einige Mitglieder der SPD-Ratsfraktion die Stadtwerke Gütersloh und informierten sich in einem intensiven Gespräch mit dem SWG- Geschäftsführer Ralf Libuda und Frau Lara Reineke sowie ihren Kollegen Marko Rempe und Thomas Primon über die Situation der Stadtwerke Gütersloh unter den gegenwärtigen Corona-Bedingungen und deren Folgen sowie über die laufenden Projekte des geplanten „On Demand“- Verkehrs und des Breitbandausbaus in Gütersloh.

Für das Gesamtunternehmen skizzierte Ralf Libuda, dass es im ÖPNV Busverkehr mit dem Lock Down Mitte März einen Rückgang um 70 Prozent gegeben habe (ein Rückgang um 40 % allein auf die Stadtbus Gütersloh GmbH bezogen). Zurzeit laufe der ÖPNV langsam wieder an. Auch die Schließung der Bäder habe zu entsprechenden Rückgängen bei Besuchern und Einnahmen geführt. Von den rd. 460 SWG-Mitarbeitern*innen befand sich ein großer Teil, insbesondere in dem Bereich Bäder, seit Mitte März in Kurzarbeit. Rund 100 SWG- Mitarbeiter*innen arbeiten im Homeoffice, womit sich zum Teil neue Erfahrungen und Arbeitsformen ergeben haben.

Nach dem guten Jahresergebnis 2019 erwarten die Stadtwerke durch die Corona-Krise und deren Folgen für 2020 erhebliche Einnahmeverluste. Libuda betonte jedoch, dass die SWG trotz der zu erwartenden Einnahmeverluste auf coronabedingte Preiserhöhungen z. B. im ÖPNV oder bei den Bäderpreisen zurzeit verzichten. Auch die Senkung der Mehrwertsteuer durch den Bund werde an die Kunden in vollem Umfang weitergegeben.

Darüber hinaus wies der SWG-Geschäftsführer darauf hin, dass der ökologisch notwendige und politisch gewollte Ausbau der erneuerbaren Energien von Windenergie und Photovoltaik-Anlagen sowohl in der Region als auch bundesweit erheblich stockt. Insbesondere die Rahmenbedingungen der Abstandsregeln für Windkraft-Anlagen sowie Akzeptanzprobleme bei der Bevölkerung vor Ort bzw. am Ort eines geplanten Projekts und die mangelnde Verfügbarkeit von Flächen erschweren den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energieträger.

Marko Rempe als Leiter der SWG-Bäder erläuterte dann, dass die Welle seit dem 27. Juli in einem Corona bedingt eingeschränkten Umfang wieder geöffnet ist. Der Sportbereich wird für maximal 60 Nutzer und Teile des Saunabereichs für maximal 80 Nutzer in einem online- gebuchten Zeitraum geöffnet. Der Spaß- und Freizeitbereich muss unter den geltenden Corona-Bedingungen allerdings vorerst geschlossen bleiben. Voraussichtlich zum
1. September 2020 kann der Freizeitbereich dann unter Corona Bedingungen, wie unter anderem eine stark beschränkte Besucherzahl, wieder geöffnet werden.

Lara Reineke skizzierte das anstehende Pilot- und Modell-Projekt des so genannten „On Demand“- Verkehrs in Gütersloh. Man erwarte den Förderbescheid für 75 Prozent der Kosten des dreijährigen Modellprojekts in diesen Tagen. Die Voraussetzungen für dieses Projekt werden zurzeit erarbeitet: die Entwicklung der Software für die App der On Demand-Buchung, als Fahrzeuge sollen zwei London-Taxis und ein Transporter in der Testphase eingesetzt werden, ein Plan für virtuelle Haltestellen wird erstellt, und der Demand-Verkehr soll mit SWG-Personal betrieben werden. Es habe in den letzten Monaten intensive Abstimmungsgespräche u. a. mit Verwaltung, dem Behindertenbeirat und auch dem Taxi-Gewerbe gegeben. „Unser Ziel ist es, mehr und vor allem flexible Angebote des öffentlichen Nahverkehrs anzubieten und zu erproben“, so Lara Reineke.

Im Anschluss erläuterte Thomas Primon das große Projekt des Breitbandausbaus in Gütersloh durch die Stadtwerke bzw. ihre Tochtergesellschaft Bitel. SWG und Bitel haben eine kleinräumige Erschließungs- und Ausbaustrategie gewählt und sind in den Bereichen Kattenstroth und Avenwedde-Bahnhof mit einer Vorvermarktung gestartet. Nach einem etwas schleppenden Start werden in diesen Bereichen die für den Ausbau notwendigen Nutzer- und Kundenquoten nunmehr erreicht.  Die Baumaßnahmen werden demnächst durchgeführt. „Ich erwarte, dass wir den Breitbandausbau in den beiden Ortsteilen bis Februar oder März 2021 realisieren können“, so Thomas Primon.

„Breitband ist flächendeckend als moderne Infrastruktur der digitalen Zeit für Wirtschaft, Arbeit und auch private Haushalte notwendig und unverzichtbar. Die großen überregionalen Anbieter können und werden den Ausbau nicht flächendeckend betreiben. Deshalb ist es sinnvoll und notwendig für uns als Stadtwerke in diese neue moderne Infrastruktur für die Stadt Gütersloh zu investieren“, ergänzte Ralf Libuda.

Volker Richter als Bürgermeisterkandidat der SPD betonte danach:

„Wir als SPD Gütersloh unterstützen das Anliegen der Stadtwerke, mehr größere Flächen für den Bau von Photovoltaik-Anlagen bereitzustellen, ebenso wie die Strategie der Stadtwerke für einen Ausbau des ÖPNV durch Taktverdichtungen bestehender Buslinien einerseits und durch neue Formen der Mobilität wie das Pilot-Projekt des On Demand- Verkehrs andererseits. Die Stadtwerke unterstützen mit ihren Projekten die kommunale Klimaschutzpolitik und sind Träger wichtiger Infrastrukturen in unserer Stadt. Das soll auch in Zukunft so sein!“

Abschließend bedankte sich Dr. Siegfried Bethlehem im Namen der SPD-Fraktion für das informative Gespräch und betonte: „Auch die demnächst neugewählte SPD-Fraktion wird die Diskussion und den Austausch mit den Stadtwerken weiter pflegen.“

 

Foto v l. n. r.: Dr. Siegfried Bethlehem, Ralf Libuda, Thomas Primon, Marko Rempe, Volker Tappe, Volker Richter, Dr. Thomas Krümpelmann, Stefan Bethlehem und Lara Reineke.