Zur Schließung der Karstadt-Filiale in Gütersloh – Solidarität mit den Beschäftigten hat Vorrang

Am Freitag hat der Karstadt-Konzern die Schließung vieler Filialen, auch des Standortes Gütersloh, bekannt gegeben.

„Auch ich als Bürgermeisterkandidat und die SPD-Fraktion waren geschockt und betrübt über diese Nachricht. Von solch einer Entscheidung sind über 70 Mitarbeitende bei Karstadt betroffen“,  so Volker Richter.

„Als erste Reaktionen von der CDU und den Grünen, auch von Henning Schulz, höre ich, dass sie ebenfalls betroffen sind von dieser Entscheidung, und dass sie gleich die Nachnutzung klären wollen. Das ist auch wichtig und muss parallel anlaufen, im Moment muss die Priorität aber wohl anders gesetzt werden“, so Richter weiter

„Es gilt jetzt, solidarisch und kämpferisch an der Seite der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stehen, auch wenn wir nicht wissen, wie groß die Erfolgschancen zum Erhalt des Standortes sind! Deshalb habe ich auch gleich am Freitag dem Betriebsrat gemailt und meine Unterstützung angeboten“, betont Volker Richter.

Während des Corona-bedingten Lockdowns waren die Verkäufer*innen noch systemrelevante Held*innen, heute werden sie Opfer des Systems. Auch wenn die von Verdi ausgehandelten Sozialpläne und eine Transfergesellschaft kurzfristig helfen, brauchen diese Menschen eine berufliche Perspektive.

 

„In den vergangenen Jahren haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Gunsten des Konzerns auf Sonderzahlungen verzichtet und maßgebliche Beiträge erbracht, den Standort Gütersloh profitabel zu erhalten“, so Richter.

Nach allem, was aus den letzten Jahren bekannt ist, wurde der Standort Gütersloh wirtschaftlich betrieben. „Entweder hat sich das geändert, und zwar strukturell und nicht nur aufgrund der Sondersituation Corona, oder es geht hier um Profitmaximierung, um shareholder value. Dazu muss sich der Konzern erklären“, fordert Richter die Karstadt-Geschäftsführung zur Stellungnahme auf. „Unsere Wirtschaft basiert auf sozialer Verantwortung, und die fordere ich auch vom Karstadt-Konzern ein.“

Die SPD-Fraktion wird deshalb im Wege der Dringlichkeit eine Resolution im Hauptausschuss am 22.06. einbringen, in der wir den Bürgermeister auffordern, Kontakt zur Konzernspitze aufzunehmen.

„Gütersloh kann mehr als den Beschäftigten nur das Bedauern auszudrücken. Gütersloh kann solidarisch an der Seite und mit den Beschäftigten kämpfen“, fasst Volker Richter das Ziel der Resolution zusammen.