Elmendorf geht – MARKUS T. und seine Brillen kommen

von Jeanette Salzmann

Elmendorf geht, MARKUS T kommt. Die Umgestaltung des Brennereihofs ist ein zentrales Thema in Isselhorst. Es geht um nicht weniger als die Entwicklung des Dorfkerns. Das bewegt die Gemüter. „Es ist ein Jahrhunderprojekt“, sagt Christian Ettrich. Es ist auch sein Projekt. Als Mitarbeiter und „rechte Hand“ des Brillendesigners Markus Temming ist er zuständig für die Realisierung und Umsetzung des Gesamtkonzepts. „Wir können es bestimmt nicht allen recht machen.“ Wünsche werden immer wieder geäußert. „Einflussnahme haben wir bislang nicht erlebt.“ Die Isselhorster warten gespannt auf das Ergebnis.

„Wir erhalten Substanz, und es entsteht etwas Neues“, sagt Ettrich und zeigt auf die markanten roten Backsteine, die dem Gebäude-Ensemble auch weiterhin seinen industriellen Charakter verleihen werden. Der Name „Brennereihof Elmendorf“ gehört jedoch der Geschichte an. Anstelle von Schnaps kommen Brillen – hochwertig und handgefertigt. Das passt durchaus in die Historie. Der neue Name: „An der Manufaktur“.

Räumlich wird sich MARKUS T mehr als verdoppeln. Die 65 Mitarbeiter werden in dem neuen Gebäudekomplex ausreichend Platz finden. „Wir dürfen die Flügel ausstrecken“, worauf sich die Belegschaft sehr freue. Derzeit ist die Firma „MARKUS T.“ auf dem Osthushof an der Isselhorster Strasse beheimatet und platzt dort aus allen Nähten. Ende dieses Jahres wird „Markus T.“ die neuen Räume „An der Manufaktur“ beziehen. Das alte Kontor wird hergerichtet zum Hauptverwaltungsgebäude. Die alte Kellerei nebenan wird mittels eines Glasportals mit dem Kontor verbunden. Im Obergeschoss des Gebäudes erstreckt sich weiter die Verwaltung mit Büroräumen , im unteren Bereich finden Qualitätskontrolle und Versand Platz. Im Winkel vor der Kellerei entsteht ein offener Showroom“, erklärt Christian Ettrich. Händler aus aller Welt können die Brillenkollektionen in Augenschein nehmen; eine gläserne Produktion für jedermann ist ebenso geplant. Bauant räge liegen dem Investor und Eigentümer Markus Temming für zwei Bauabschnitte inzwischen genehmigt vor. Weitere drei Bauabschnitte folgen. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz. Der Genehmigungsprozess gestaltet sich in diesen Fällen naturgemäß schwierig wegen zahlreicher Detailabsprachen. „Die Behörden zeigen sich sehr kooperativ“, vieles wurde im laufenden Prozess entschieden, umgeworfen, verworfen, neu konzipiert. Ob es Überraschungen gab? „Gab es auch“, sagt Ettrich, „Der Untergrund ist an einigen Stellen nicht so stabil wie angenommen. Wir befinden uns im ehemaligen Überflutungsgebiet der Lutter und wir stehen auf mehr weichem Humus als wir zunächst wussten.“ Das notwendige Aufschottern war zeit- und kostenintensiv.

Prägend für die Front der Manufaktur entlang der Haller Strasse ist die alte Brennerei und das Kesselhaus. Es wird der Gebäudeteil in das die Volksbank einzieht. Direkt angrenzen wird eine Gastronomie. Das Eckgebäude neben dem Parkplatz, die ehemalige Mälzerei, wird zum Boardinghouse umgestaltet – ein Appartment-Hotel. Vis à vis zur Eisdiele werden vier Wohnhäuser sowie ein Geschäftshaus errichtet. In Verlängerung der Sheddächer entsteht ein gläserner Ausstellungsraum für hochwertige alte Autos. Oldtimer? „Oldtimer! Sie können gekauft oder für Touren gemietet werden“, erklärt Ettrich das Geschäftsmodell, für das eigens eine Firma gegründet wurde. In Kombination mit dem Boardinghouse setzt Eigentümer Temming auf Synergien. Die Hofstruktur muss wieder hergestellt werden. Der Denkmalschutz sieht eine „Geschlossenheit des Hofes“ vor. Für Interessierte Mieter der Hofgemeinschaft wird es ein Elektromobilitäts Projekt in Form eines E-Mobile Sharing geben. Die Fahrzeuge werden durch selbst produzierten Strom geladen und stehen den Mietern für Erledigungsfahrten zur Verfügung.

Die Anfragen für Wohn- und Geschäftsräume werden derzeit bei der Temming Holding gesammelt und gesichtet. Sind es viele? Christian Ettrich nickt. „Wir wollen aber nicht nur Mieter, wir wollen eine Hofgemeinschaft.“ Ob diese es dann erlaube, an frühere öffentliche Veranstaltungen wie den großen Flohmarkt oder Konzerte anzuknüpfen, bleibe abzuwarten.

„Bis Ende 2016 wollen wir fertig sein ‚An der Manufaktur’“, dann werde gewiss mit der Öffentlichkeit gefeiert.

Weitere Infos finden Sie im Internet:
www.an-der-manufaktur.de